Buchrezension „Die schwarze Schwesternschaft“ von Marion Zimmer-Bradley

Buchrezension „Die schwarze Schwesternschaft“ von Marion Zimmer-Bradley

Buchrezension

Der Originaltitel heißt „City of Sorcery”. Bestens übersetzt und mit einem Touch von Götz Georges Ausdrucksweise sorgt dieser Roman für angenehme Lesestunden.

Marion Zimmer-Bradleys Sammlung umfasst u.a. 15 magische Geschichten mit dem vorherrschenden Thema „Schwert und Magie“. Hauptmotiv ist die Frau als Kämpferin und Heldin. Ich habe schon Kommentare gelesen, die Frauen als atypisch für diese Art der Literatur bezeichnen, aber ich denke, seit den frühen zwanziger Jahren (des XX. Jh.) sind Heldinnen immer wieder Thema gewesen, und bei Bradley sind Frauen selbstbewusster als die gewöhnlichen Mimosen, aber auf keinen Fall weniger weiblich. Die Frauen kämpfen mit Schwertern und Charme.

Nicht selten nutzen sie List und liebenswürdige Gerissenheit. Sie bieten dem schwachen Geschlecht eine andere Vision. Das ist auch zum Teil das Bild der Frau der Sechziger, bissig und weiblich zugleich. Bissiger Humor, Gruppensex à la siebziger Jahre und verständnisvolle Ehemänner und noch verständnisvolleren Freunden schmücken ihre Bühne.

In diesem Buch erzählt die Autorin vom Anfang einer harmlosen Rettungsmission: Zwei Kriegerinnen und eine Gruppe Freier Amazonen erhalten den Auftrag, einen Piloten zu suchen, der in der belebten Region von Darkover verschollen ist. Von Darkover handeln viele der Bücher Bradleys. Dann aber wird die Hauptperson von unheilvollen Träumen und Visionen heimgesucht. Was dies alles für diese Mission bedeutet, möchte ich nicht verraten, wohl aber so viel, dass es sehr spannend geschrieben ist.

Die Autorin scheut sich auch nicht, lesbische Szenen zu gestalten, dies allerdings meines Erachtens mit einer eher männlichen Sichtweise. Ihre harten Szenen sind mit kraftvollen Ausdrücken gestaltet, aber weder derb noch gewöhnlich. Sowohl das Original als auch die Übersetzungen ihrer Fantasy-Storys zeigen Bradley als Meisterin ihres Genres, genau wie in den anderen Themenbereichen, in denen sie publiziert hat.